Kvarner Bucht

12. bis 18. Mai 2019

Als wir am 12. Mai um 06:30 Uhr in Weilheim mit dem Bus starteten, ahnte uns schon nichts Gutes. Das Wetter war schlecht. Es regnete. Und war kalt. Aber wir dachten uns, wenn wir jetzt den ganzen Tag im Bus Richtung Kroatien sitzen, ist das doch kein Problem. Das Hotel in Selce war klasse. Nur die Zufahrt war schwierig. Aber wir hatten ja Drago, unseren Busfahrer, der wieder mal in seine Heimat durfte. Und der fuhr den Bus mit Anhänger rückwärts ca. 1 km zum Hotel, als ob es nichts Leichteres gäbe. Respekt! Und Anerkennung! Denn vorwärts konnte das Hotel nicht angefahren werden, weil es keine Wendemöglichkeit gab.

13. Mai

Doch der zweite Tag wurde auch nicht besser. Kalt und regnerisch war es. Deshalb schlug Franz Buck ein Alternativprogramm vor. Die Tropfsteinhöhle Skocjanske jame in Slowenien.

Im Nachhinein sagten wir uns: Gott sei Dank war so schlechtes Wetter. Dieser Grand Canyon unter der Erde war schon richtig beeindruckend. Leider durfte innen nicht fotografiert werden. Schade. Aber auf der Website der Höhle (siehe Link oben) kann man das Panorama dieser gigantischen Höhle sehr schön verfolgen. Das muss man einfach gesehen haben. Wenn allerdings schönes Wetter gewesen wäre, hätten wir ja nicht gewußt, was wir verpassen.

Nach der Höhlenbesichtigung fuhren wir mit dem Bus wieder zurück nach Opatija. Unser Reiseführer hat uns durch die Stadt geführt. Und immer wieder interessante Dinge erzählt.

Der kleine Hafen von Opatija, lokal als Portic bekannt, ist der traditionelle Abfahrtspunkt für die Ausflugsboote der Bootsführer, die hier traditionell Barkajoli genannt werden. Im Laufe der Zeit hat sich dieses Servieangebot sehr verbessert und die kleinen Holzboote, die für diese Zwecke in den örtlichen Werften speziell hergestellt wurden, haben an Schönheit und Komfort stark zugelegt. Die Barkajoli von Opatija waren für ihre Fahrgäste immer da, sprachen mehrere Fremdsprachen, und die Boote waren stets sauber und gepflegt, meist mit Sitzkissen und einer kleinen Holzlehne  für mehr Komfort unterwegs ausgestattet. Die Barkajoli, die früher mit Rudern und erst später motorisiert die Fahrgäste entlang der Riviera oder sogar zu den benachbarten Inseln beförderten, haben für die Geschichte des Fremdenverkehrs von Opatija einen prägenden Charakter. Ihr legendärer Ausruf „Barke fahren“ ist als geläufige Phrase bereits in den Sprachgebrauch der Region übernommen worden. Sogar für den Titel eines Gedichtes des großen Dichters Drago Gervais aus Opatija wurde der Ausrdruck benutzt. Die Aufgabe der Barkajoli wird heute von Ausflugsbooten fortgesetzt, die Touristen heute wie damals dazu einladen, die Riviera Opatija von der Meerseite zu erkunden. Zu diesem Zweck findet man hier im Portic sowie an einigen Stellen entlang der Küstenpromenade Lungomare Anlegestellen für Ausflugsboote, die mit dem Schild „Taxi Boot“ gekennzeichnet sind.

Die Schautafel und das Denkmal von dem Barkajol von Opatija sollen dazu beitragen, die Erinnerung an diese Tradition wach zu halten!

14. Mai – Tourendaten gibt’s hier

Und wieder Sauwetter. Der Bora-Wind, der eigentlich erst immer im Herbst kommen soll, hat nun halt schon im Mai geblasen – und wie. Mit 40 bis 50 km/h düste er über das Land. Und die Böen hatten sogar bis zu 150 km/h drauf. Deshalb gab es erneut eine Planänderung.

Wir fuhren mit dem Bus nach Istrien und stiegen bei Cerovlje auf’s Rad. 9°, Regen, Wind. SUPER! Nach der Mittagspause hatten wir keine Lust mehr. Nach 31,36 km stiegen wir wieder in den Bus.

15. Mai – Tourendaten gibt’s hier

Zu allem Übel kam jetzt noch dazu, dass die Technik versagte. Aufzeichnung falsch, da das Gerät gesponnen hat. Höhe und Zeit stimmen nicht. Die Tour war am 15.05. und die Abfahrtszeit weiß ich nicht mehr. Die KM stimmen vermutlich. Aber wenigstens wurde das Wetter etwas besser.

Von Kras über Garica radelten wir nach Vrbnik. Das Städchen ist schon beeindruckend – vor allem, wie die elektrischen Kabel „verlegt“ sind.

Dann ging’s weiter durch’s Hinterland nach Krk. Hier hatten wir auch Aufenthalt und genossen das sehr. Über Salatic, Bacici, Strlcici, Sveti Anton, Turcic, Zidarici, Milcetici erreichten wir den Endpunkt Malinska.

16. Mai – Tourendaten gibt’s hier

In Hrvatski sanjkaski centar „Jezero“ Lokve (859m über dem Meeresspiegel) starteten wir bei 6° und Nieselregen zur heutigen Tour. Über Sleme, Lokve, Homer ging’s nach Zelin Mrzlovodicki. An sehr schönen Seen vorbei erreichten wir Mrzla Vodicka. Dann folgte eine echt ätzende Strecke, stetig ansteigend, unendlich lang auf der Straße bis zu einer urigen Gaststätte. Dort machten wir Mittag.

Danach radelten wir weiter durch das Hinterland.

Über Bribir erreichten wir dann Selce und das Hotel. Dort gönnten wir uns einen „Vorsacker“, Gegenteil von „Absacker“ ;-).

Später folgte wieder oberleckeres Essen.

17. Mai – Tourendaten gibt’s hier

Nun kam das Highlight dieser Tage – die Panoramatour!

Wir erlebten die Krönung der Kvarner Radtour. Wir radelten durch das liebliche Hinterland der Crikvenica Riviera, von den grünen Wäldern zum blauen Meer. Unterwegs kleine Pause bei der Frankopani Bürgin Drivenik und in Bribir im Vinodol (Weintal). Wir erlebten atemberaubende Panoramastellen: Blick bis zur Insel Rab! Am Nachmittag erreichten wir Novi Vinodolski, Sitzort der Frankopanen. Unterwegs begegneten wir wilden Pferden. Einmalig! Eine Stute mit ihrem Fohlen hatte den Weg schon überquert und scharrte in einem großen Teich das Wasser auf. Sie tranken beide. Dann kamen wir. Der Rest der Herde blieb stehen und beäugte uns kritisch. Sie wechselten nicht die Seite. So nach dem Motto: was wollt ihr denn hier, wir wollen die Seiten wechseln. Nachdem wir weiter radelten und eine gewisse Entfernung zu dem Rest der Herde hatten, wechselten auch sie die Seite. Das war schon ein Erlebnis!

An einem See, an dem wir später vorbei kamen und Pause machten, konnten wir Angler beobachten. Sie katapultierten mit der Angel einen kleinen Behälter weit hinaus auf den See. Angeblich war Mais in den Behältern. Beim Aufprall auf das Wasser ging der Behälter auf und der Inhalt versank im Wasser. Der Behälter wurde dann wieder eingeholt und der Vorgang wiederholte sich unzählige Male. So werden spezielle Fische angelockt, hieß es.

Die Tour endete in Crikvenica. Wir fuhren durch  Crikvenica durch, am Meer entlang, in der Hoffnung, dass noch was Sehenswertes vorbei kommt. Aber da war nichts. So genossen wir bei herrlichem Sonnenschein in der Stadtmitte ein leckeres Eis.

Zuvor verabschiedete sich unser Tourguide. Hier war sein Job zu Ende. Die Verabschiedung war sehr herzlich, denn wir hatten ein paar wunderwunderschöne Tage mit ihm zusammen, trotz des anfangs schlechten Wetters.

Nach geraumer Zeit radelten wir wieder zurück zum Hotel.

Am 18. Mai traten wir die Heimreise an. Das war die angenehme Truppe:

Die Truppe